Geschichte von 1999-2006

1999 erlebte das Pfarrorchester unter Federführung von Geschäftsführer Hans Jäckel einen „heißen Herbst“:
Am 28./29. August kam die Königliche Harmonie Ste. Cecilia aus Zele zum Gegenbesuch, zum 1200-jährigen Bestehen Werdens wurde ein gemeinsames Konzert in der neuen Aula der Folkwanghochschule gegeben. Am 19. September wurde das 75. Gründungsfest mit einem Hochamt und anschließendem Festakt in der Aula des Gymnasiums Essen-Werden gefeiert. Und nach einem Probenwochenende vom 24.–26. September in Bad Honnef gab das Orchester am 1. und 2. Oktober zwei Jubiläumskonzerte unter der Leitung von Heinz-Josef Bresser gemeinsam mit den Werdener Sangesfreunden unter seinem ehemaligen Dirigenten Werner Lortz, darunter auch gemeinsame Stücke. Mit diesem musikalischen Höhepunkt schloss das Orchester die Reihe der Feierlichkeiten in seinem und im Werdener Jubiläumsjahr ab. 

In der Zeit ab 2000 vollzog das Orchester einen zukunftsweisenden Verjüngungsprozess und senkte das Durchschnittsalter von 41 Jahren Ende 1999 auf 35 Jahre Ende 2009.

Während 1999 dabei kaum jemand das Durchschnittsalter hatte – d. h. die Mitglieder entweder deutlich jünger oder deutlich älter waren –, gibt es 2009 eine stärkere Gleichverteilung der Altersgruppen. Das Jahr 2000 begann entsprechend mit einem Generationswechsel im Vorstand. Nach 19 Jahren Vorsitz unterstützte Manfred Gantenberg als Schriftführer den neuen Vorstand um Rainer Derksen und Arndt Scheidgen. In der au­ßerordentlichen Mitgliederversammlung vom 15. Juni 2000 wurde die Förderung der Ausbildung von Musikern als weiterer Vereinszweck in die Satzung aufgenommen. Damit wurde der Weg für Kooperationen mit Musikschulen geebnet, wie sie z. B. beim Tag „Musik zum Anfassen“ im August 2001 im Haus Fuhr und beim Swing-Konzert im April 2002 zusammen mit der Big-Band der Musikschule TonArt Ausdruck fand.

Die nachträgliche Fahrt zum 75-jährigen Bestehen führte das Orchester im September 2001 in die Kaiserstadt Goslar. Geschäftsführer Hans Jäckel hatte diese Fahrt mit Platzkonzert in der Altstadt, die zum Weltkulturerbe zählt, perfekt organisiert.

Aus beruflichen Gründen legte Uwe Krause Ende Februar 2003 das Dirigat nieder. Sein Nachfolger wurde Tobias Liedtke. Mit ihm ging der Musikstil des Orchesters in Richtung sinfonischer Blasmusik. In den folgenden drei Jahren erarbeitete das Orchester acht Konzertprogramme. Ein Sommerkonzert und ein Adventskonzert standen jährlich auf dem Terminplan, meist zusätzlich noch ein Frühjahrsprogramm. In diese Zeit fiel auch das Jubiläum zum 80-jährigen Bestehen des Orchesters, das mit dem Konzert „Latin Fever“ in Tor 2 und in der Erlöserkirche musikalisch begangen wurde. Aufgrund der hohen Probenintensität und der zahlreichen, zumeist professionellen Aushilfen steigerte sich das musikalische Niveau auch des Kernorchesters erheblich. Daneben entwickelte sich ein eigenständiges Jugendblasorchester mit eigenen Konzertauftritten.

Dieser schnelle musikalische Fortschritt brachte jedoch gravierende Probleme im Vereinsleben mit sich. Ältere Mitglieder konnten das hohe Tempo nicht mehr mitgehen und fühlten sich im Orchester nicht mehr heimisch. Es bildeten sich ein Kernorchester für die laufenden Auftritte und ein erweitertes „Projektorchester“ für die Konzertvorhaben heraus. Die immense Belastung durch die hohe Konzertdichte, die hohe Fluktuation aus einem Fundus von zeitweise bis zu 50 temporären Musikern, welche keine Orchestermitglieder waren, sowie durch finanzintensive Aushilfen und Notenkäufe konnte der Vorstand nicht weiter tragen, sodass er im Januar 2005 geschlossen zurücktrat. Der neue Vorstand um Klaus Koenen, Rainer Derksen und Petra Steffen erkannte bald, dass die Zielsetzungen von Verein und Dirigent nicht mehr vereinbar waren und führte im April 2006 einen Dirigentenwechsel herbei.

Eine weitere Änderung, die in diese Jahre fällt, betrifft das Erscheinungsbild des Orchesters. Die vielen Aushilfen machten es unmöglich, weiterhin grüne Jacken für alle Musiker anfertigen zu lassen. Daher spielt das Orchester seit dem Konzert am 13. Juli 2003 wieder in Schwarz. Schwarze Einheitskleidung trug das Orchester bereits zwischen 1945 und 1967. Bis zur Klusenfeier 2005 fuhr das Orchester noch zweigleisig – Grün für Laufauftritte, Schwarz für konzertante Auftritte –; seitdem tragen die Musiker nur noch Schwarz.

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